Nachfinanzierung

Die Nachfinanzierung beim Hausbau oder Hauskauf ist vor allem eins: Teuer.

Einfamilienhaus im Rohbau

Die Entscheidung, ein Haus zu bauen oder zu kaufen, ist eine bedeutende finanzielle Verpflichtung. Trotz sorgfältiger Planung können unvorhergesehene Kosten auftreten. In solchen Fällen kann eine Nachfinanzierung erforderlich sein und das wird meistens vor allem eins - teuer. Wir verraten Ihnen Tipps, wie Sie dies vermeiden können.

Begriff: Nachfinanzierung oder Anschlussfinanzierung für meine Immobilie?

Der Unterschied zwischen einer Nachfinanzierung und einer Anschlussfinanzierung ist, dass bei der Nachfinanzierung mehr Geld benötigt wird, als bei der bestehenden Baufinanzierung vereinbart wurde. Während eine Anschlussfinanzierung ansteht, wenn die Zinsbindungsfrist des ersten Darlehens ausläuft und eine Verlängerung vereinbart werden muss.

Tipp: Alles zur Anschlussfinanzierung und weiteren Krediten finden Sie hier. Wir helfen Ihnen durch den Baufinanzierungsdschungel und klären Sie zu Prolongation, Umschuldung und Forward-Darlehen auf.

Wie lässt sich eine Nachfinanzierung fürs Haus vermeiden?

Durch ein großzügiges Budget, eine gründliche Planung und eine offene Kommunikation mit Ihrer Bank unter Berücksichtigung aller finanziellen Aspekte können Sie eine Nachfinanzierung vermeiden.

1. Großzügige Budgetierung: Beim Beantragen eines Hausbaukredits ist es ratsam, großzügig zu kalkulieren. Berücksichtigen Sie einen Sicherheitspuffer für unerwartete Ausgaben. Eine solide Eigenkapitalreserve kann als zusätzliches Sicherheitsnetz dienen. Wird das Eigenkapital nicht benötigt, kann es als Sondertilgung eingesetzt werden.

2. Nichtabnahmemöglichkeit für den Erstkredit: Eine weitere Strategie zur Absicherung gegen unerwartete Kosten ist die Vereinbarung einer Reserveoption. Dabei wird ein höherer Kreditbetrag beantragt als zunächst benötigt, ohne verpflichtet zu sein, den gesamten Betrag zu verwenden.

3. Gründliche und vorausschauende Planung: Eine detaillierte Planung des gesamten Projekts ist unerlässlich, um potenzielle Risiken zu identifizieren und zu minimieren. Bei einer Sanierung kann dabei beispielsweise ein Energieberater helfen. Beim Hausbau sollte eingeplant werden, dass die Kostenschätzung auf Standardpreisen basiert. Entscheiden sich die Bauherren für eine hochwertigere Ausstattung, kann das zu Mehrkosten führen.

Tipp: Wir empfehlen Ihnen bereits im Vorfeld eine sorgfältige Planung und Budgetierung, um eine Nachfinanzierung zu verhindern. Planen Sie besser in Ihre Erstfinanzierung einen Puffer ein. Unsere Experten stehen Ihnen dabei mit ihrer langjährigen Erfahrung zur Seite und finden das passende Darlehen für Ihre Immobilie. Mit unserem Finanzierungsrechner erhalten Sie einen ersten Eindruck über Ihre persönlichen Konditionen.

Gründe für eine Nachfinanzierung

Paar geht mit einem Berater einen Vertrag durch

Eine Nachfinanzierung kann notwendig werden, wenn die ursprünglich berechneten Kosten für das Bauvorhaben überschritten werden, sei es infolge von Bauverzögerungen oder höheren Sanierungskosten. Die dynamische Marktentwicklung lässt heutzutage leider oft keine exakte Preiskalkulation zu, so kann es beispielsweise zu höheren Materialkosten kommen. Auch vermeintlich kleine Beträge für Abweichungen von der Standardausstattung können Mehrkosten verursachen, zum Beispiel weil eine hochwertigere Fliese oder Parkett anstatt Vinyl ausgewählt wird. Lieferverzögerungen und Fachkräftemangel können die (Ein-)Bauzeit, zum Beispiel bei Wärmepumpen, deutlich verzögern und so zu einer längeren Doppelbelastung durch Mietkosten oder Bereitstellungszinsen führen.

Falls eine Nachfinanzierung erforderlich ist, raten wir allen Bauherren, frühzeitig mit Ihrem Geldgeber in Kontakt zu treten. Erklären Sie die Gründe für die Nachfinanzierung und besprechen Sie die verfügbaren Optionen zur Erhöhung des Kreditrahmens oder zur Aufnahme eines zusätzlichen Darlehens.

Was tun, wenn eine Nachfinanzierung abgelehnt wird?

In erster Linie sollte ein weiterer Kreditgeber angefragt werden. Andere Banken haben andere Voraussetzungen für die Kreditvergabe. Eventuell haben Sie damit das Problem gelöst. Als zweites sollte der Bauherr versuchen seine Bonität zu verbessern, zum Beispiel über einen Bürgen oder ein privates Darlehen. Allerdings darf eine Ablehnung nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Vielleicht reicht das Einkommen nicht aus, um eine weitere Summe zurückzuzahlen. Holen Sie sich in jedem Fall professionelle Unterstützung und lassen Sie sich beraten.

Höhere Zinsen und zusätzliche Kosten

Mann liest Infos zur Nachfinanzierung auf seinem Smartphone.

In der Regel ist eine Nachfinanzierung mit einer geringeren Kreditsumme verbunden als die ursprüngliche Hauptfinanzierung. Obwohl der Kreditbetrag kleiner ist, sind die Kosten, die dabei entstehen überproportional hoch.

Wird die Nachfinanzierung im Rahmen der Hauptfinanzierung durchgeführt, hat dies große Auswirkungen auf die Konditionen. Dies kann zu höheren Kosten führen. Durch die Erhöhung der Darlehenssumme ändern sich die Beleihungskriterien. Deshalb fällt zumeist auch ein höherer Zinssatz an. Dieser wiederum kann zu einer höheren monatlichen Belastung führen und das Risiko für einen Zahlungsausfall steigt. Zusätzlich muss für einen neuen Eintrag im Grundbuch bezahlt werden. Im Grunde handelt es sich um einen neuen Kredit.

Wird ein zusätzliches Darlehen ausgehandelt, verlangen Banken bei gleicher Zinsentwicklung in der Regel deutlich höhere Zinsen aufgrund der bereits bestehenden finanziellen Belastung. Darüber hinaus fehlt der Bank oft die Sicherheit, die sie bei der ursprünglichen Finanzierung hatte. Auch für diesen Kredit fallen Nebenkosten an und eine weitere Monatsrate, zusätzlich zur bestehenden Baufinanzierung, muss getilgt werden.

Lässt sich eine Nachfinanzierung nicht vermeiden, prüfen wir, ob es sinnvoller ist einen zusätzlichen Kredit bei einer zweiten Bank aufzunehmen. Auch ein privates Darlehen ist eine Option. Wir loten alle Möglichkeiten aus, um für Sie günstige Konditionen zu vereinbaren und Ihre Familie auf dem Weg ins eigene Haus sicher zu begleiten.

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Fragen und Antworten

Kann eine bestehende Baufinanzierung erhöht werden, um eine Nachfinanzierung zu umgehen?

Bei einem laufenden Kredit ist es nicht einfach möglich die Darlehenssumme zu erhöhen. Die Konditionen des Darlehensvertrags gelten in der Regel nur für die ursprünglich vereinbarte Summe. Eine Finanzierungslücke wird daher in der Regel meistens durch eine separate Nachfinanzierung über einen zusätzlichen Kredit oder durch eine Umschuldung geschlossen.

Welche Unterlagen werden bei einer Nachfinanzierung benötigt?

Ausgefüllter Finanzierungsantrag, Einkommensnachweise, eine Aufstellung über die noch ausstehenden Tätigkeiten inkl. Kosten (Kostenplan) und die Bestätigung des Bauleiters/ Architekten, dass der nachfinanzierte Betrag zur Fertigstellung ausreicht.

Kann eine Nachfinanzierung abgelehnt werden?

Eine Nachfinanzierung kann aus verschiedenen Gründen abgelehnt werden. Der häufigste ist eine zu geringe Bonität: Wenn das Einkommen des Kreditnehmers im Verhältnis zu seinen bestehenden finanziellen Verpflichtungen zu niedrig ist, kann dies zu einer Ablehnung führen. Weitere Gründe sind dieselben wie bei einer Baufinanzierung: Zahlungsausfall bei früheren Krediten, negativer Schufa-Eintrag oder eine eingeschränkte Kreditwürdigkeit.

Stand Juni 2024

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